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Stadtentwicklung

Graues Eisen und rostender Stahl sind oft die ersten Assoziationen bei dem Gedanken an ein stillgelegtes Hüttenwerk. Dass sich eine sogenannte Altlast weit über diese Vorurteile erheben kann, zeigt die Idee Landschaftspark Duisburg-Nord. Und nicht viel mehr war der Park zu Beginn – eine Idee. 1985 lautete die zentrale Frage:

„Was tun mit rostenden Stahlgiganten und einer 200 Hektar großen belasteten Industriebrache?“

Verkauf ins Ausland oder Abriss boten sich als Möglichkeiten an. Zahlreiche Duisburger Kommunalpolitiker plädierten für den Abriss, weil sie die unabsehbaren Folgekosten fürchteten, die auf die öffentlichen Haushalte zukommen würden. Gegen einen Abriss sprach die stadtbildprägende Silhouette, die das Hüttenwerk für Meiderich und den gesamten Duisburger Norden darstellte. Durch einen Abriss hätte der Ortsteil sein industrielles Wahrzeichen verloren und die geschichtliche Stadtentwicklung wäre nicht mehr nachvollziehbar gewesen.

Ein kleiner Kreis interessierter Bürgerinnen und Bürger - Laien und Fachleute - machten es sich zur Aufgabe vehement gegen eine Demontage des Hüttenwerks zu arbeiten. Aus diesem Engagement entwickelten sich die Deutsche Gesellschaft für Industriekultur e.V. und die Interessengemeinschaft Nordpark e.V.. Ein Gutachten der Denkmalpflege bescheinigte schließlich den hohen Denkmalwert der Anlage.

Engagement und Gutachten hätten wohl dennoch kaum ausgereicht, eine politische Entscheidung für den Erhalt herbeizuführen, hätte die nordrhein-westfälische Landesregierung Ende der 1980er Jahre nicht Ansätze für einen Strukturwandel im nördlichen Ruhrgebiet gesucht. Die sogenannte Emscherzone galt als besonders strukturschwach und sollte durch eine Vielzahl unterschiedlichster Projekte gefördert werden. So wurde 1988 die Internationale Bauausstellung Emscher Park (IBA) gegründet und das Meidericher Hüttenwerk wurde zum Zentrum dieses industriekulturellen Großprojektes.

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